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Was hat das Internet uns je gebracht? Noten! Was hat das Internet uns je gebracht? Noten! Was hat das Internet uns je gebracht? Noten! Was hat das Internet uns je gebracht? Noten! Was hat das Internet uns je gebracht? Noten! Was hat das Internet uns je gebracht? Noten!

Was hat das Internet uns je gebracht? Noten!

Mai. 14th | Von 1 Kommentar

Johnny Haeusler hat auf der re:publica 11 einen launigen Beitrag abgeliefert “was hat das Internet je für uns getan?”, angelehnt an die großartige Monty Python Szene. Das Publikum sollte Vorschläge in dem Raum werfen, und von Katzen bis prOn war alles dabei. Aber eben nur fast – es fehlten: Noten. Das Internet hat uns Noten gebracht. Dazu aber als Vorlauf ein kleines Döneken, vorgestern von einem Freund aufgeschnappt – heute stolzer Besitzer eines Tonstudios:

“Ich komme ja vom Dorf. Und in der Zeit, aus der ich komme, da gab es noch kein Internet. Und als kleine Cover-Band war es schwierig bis unmöglich, an die Texte zu coolen Liedern zu kommen. Einige standen auf den LPs, aber bei den anderen war es schwierig. Nun gab es da aber einen im Dorf, der sich regelmäßig hinsetzte, die Texte raushörte und abschrieb. Diese Blätter wurden dann fotokopiert und alle Bands im Umkreis von 100km nutzten die. Das Problem: er konnte eigentlich kaum bis gar kein Englisch. Was dazu führte, dass alle Bands denselben, falschen Quatsch sangen. Ich versuchte dann später in meiner Band dem Sänger die richtigen Texte beizubringen – hoffnunglos, er hatte die falschen schon viel zu tief verinnerlicht. So war das, damals.”


Songtexte im Internet zu finden ist nun nicht mehr schwierig, die entsprechenden Portale sind weithin bekannt.

Ebenfalls bekannt ist, das man auf diversen Portalen einfache Gitarrennoten findet die die zu spielenden Akkorde in einfachen Griff-Tabulaturen anzeigen, etwa so:

Wenn man etwas tiefer gräbt, findet man auch recht akribische Abschriften einzelner Passagen oder ganzer Gitarrenparts, ebenfalls als einfachen Text formatiert – hier etwa ein Ausschnitt des Solos vom obigen Stück:

Solo: ( 2nd Guitar )

e----------------------------------------------------------|
B----------3---5--------3----------------------------------|
G-----2/4-----------4--------4----2---0--------------------|
D------------------------------------------0---------0---0-|
A-----------------------------------------------1/2--------|
E----------------------------------------------------------|

e----3/5/3-------------------------------------------------|
B----3/5/3----3/5/3----3----3/5/3--------------------------|
G-------------2/4/2----0----2/4/2---2p0----2/4-------------|
D------------------------------------------3/5-------------|
A----------------------------------------------------------|
E----------------------------------------------------------|

e---------------------------------------------------------------------|
B----------3--------5----5b---5----3--------------3-----5-------------|
G----2/4-------4----------------------2----4b----------------4b-----2-|
D---------------------------------------------------------------------|
A---------------------------------------------------------------------|
E---------------------------------------------------------------------|

e---------------------------------------------------------------------|
B---------3---------5-----5b-----5------3-----------------------------|
G----2/4------4-----------------------------2----4b-------------------|
D---------------------------------------------------------------------|
A---------------------------------------------------------------------|
E---------------------------------------------------------------------|

Damit kann man auf einer Gitarre schon sehr konkret was anfangen. So weit, so bekannt. Nun gibt es jedoch eine Seite (sogar mehrere, aber einen Platzhirschen), die dieses Konzept um einige entscheidende Details erweitern:

  • > Einbindung eine Community zur dezentralen Erstellung solcher Tabulaturen. Man kann sich das vorstellen wie eine Wikipedia nur für Musik: tausende Nutzer transkribieren dort Stücke und stellen sie in einem einheitlichen Format ein. Anders als bei der Wikipedia gibt es aber nicht die “eine” offizielle Fassung, sondern pro Song teilweise dutzende, sich oft nur in Details unterscheidende Varianten, über die man wiederum abstimmen kann so dass man schnell “die beste” Fassung findet.
  • > Erweiterung der Tabulaturen auf ALLE Instrumente des jeweiligen Stücks (!), also mehrere Gitarrenlinien, Bass, Drums, Keyboard, Gesang, Chorsatz für den Background etc. Zu nahezu jedem bekannteren Stück finden sich dort also die kompletten Informationen für die ganze Band.
  • > Nutzung von zwei sehr erweiterten Notensatz-Formaten, und zwar Guitar Pro oder Power Tab
  • > Angebot eines Downloads, um diese erweiterten Notensätze in ein Desktop Programm, iPhone, iPad oder Android Gerät zu laden und dort in perfekter Notation abzuspielen (!)

Man legt sich also bei http://www.ultimate-guitar.com/ einen kostenlosen Account an und fängt an zu suchen. Zu “wish you were here” gibt es schon eine Umfangreiche Trefferliste mit 109 Einträgen, 20 davon das Original von Pink Floyd betreffend.

Nun lädt man eine der Guitar Pro Dateien in eine Software der Wahl, etwa das “Original” Guitar Pro 6:

Und hier fängt die Sache nun an, ernsthaft spannend zu werden, um nicht zu sagen: begeisternd. Wier sehen ein sauber formatiertes Notenblatt, dass sowohl einen klassischen Notensatz als auch die nützliche Tabulatur anzeigt. Die Notation ist erheblich detaillierter, bei Bendings wird etwa angezeigt, um wie viele Halbtöne man ziehen soll. Unten sieht man das komplette, transkribierte Arrangement des Songs, in diesem Fall drei Gitarren, Keyboard, Bass, Gesang und Drums. Man kann nun einfach den Notensatz umstellen auf eines der anderen Instrumente um zu sehen, wie die Stellen gemeinsam gespielt werden. Gefällt einem die Notation nicht, passt man sie einfach an die eigene Spielweise an – dafür gibt es links diverse Werkzeuge. PDF-Druck ist selbstverständlich. Mit der Mediensteuerung in der Mitte wiederum startet man: ein Midi-Modul, dass den Song mit teilweise extrem guten Software-Instrumenten abspielt, so dass man gleich hören kann wie die Passagen klingen sollen. Andere Programme ermöglichen es, ein verlinktes MP3 File so mit der Notation zu synchronisieren, dass man der Originalsong hört während man korrekt die Noten verfolgen kann. Ein auf Adobe Air basierende Alternative (Mac, Windows, Linux)  ist nicht ganz so umfangreich, aber in den Kernfunktionen ähnlich hübsch: Go PlayAlong

Und das alles zum unterwegs mitnehmen, hier etwa in der iPad Variante:

Und ja, der Wahnsinn nimmt kein Ende: in dieser App (Guitar Pro, TabToolkit ist auch prima) bekommt man unten auch noch eine Gitarre oder Klaviatur eingeblendet, die die richtigen Griffpositionen anzeigt. In diesem Fall sogar mit der Hilfe, wo die nächsten Töne sitzen, damit man eine ökonomische Gripposition wählen kann. Es ist nun gar kein Problem, direkt aus den Apps heraus die ultimate-guitar Datenbank zu durchstöbern. 60 Jahre moderner Musikgeschichte, detailliert jederzeit verfügbar.

Das scheint mir alles sehr, sehr weit entfernt zu sein von einem kleinen Dorf im niedersächsischen, in dem A4 Blätter fotokopiert wurden. Und das hat alles das Internet für uns getan, und da sag ich doch einfach mal: DANKE.


Die Oberstufenreform – gemeinsam einsam

Mai. 11th | Von 4 Kommentare

In den letzten Tagen tritt endlich die lange gärende Reform der Oberstufe in das Licht der Öffentlichkeit. Über den didaktischen und pädagogischen Sinn kann man streiten, vor allem aber: ich nicht urteilen. Ob nun die de fakto Abschaffung von Leistungskursen und das Abwählen von unliebsamen Fächern (Physik! Chemie!) uns im Pisa-Ranking helfen wird – man wird sehen.

Was jedoch medial nicht thematisiert wird ist ein soziologischer “Nebeneffekt”: das Beibehalten des starren Klassenverbandes bis zum Abitur. Ich glaube ganz im Ernst, dass dies eine signifikante Verschlechterung für viele junge Menschen bedeuten wird, und argumentiere hier – da kenne ich mich aus – streng biographisch.

Für mich war die Oberstufe ein Segen.

Und das nicht primär wegen der Wahlmöglichkeiten, sondern weil man endlich Gelegenheit hatte andere, spannende Menschen kennenzulernen als die, mit denen man bereits seit vielen Jahren zusammen war. Dass in meiner ursprünglichen Latein-Klasse auf 27 Jungen genau 5 Mädchen kamen hat sicherlich dazu beigetragen, die Ausweitung auf nunmehr 120 Mitschüler (davon 50 weiblich!) als Befreiung zu empfinden.

Ich war kein unbeliebter Schüler in meiner Klasse, für den stellvertretenden Klassensprecher hat es immer gereicht. Aber all meine wirklich guten Freunde habe ich – mit einer Ausnahme – in der Oberstufe in anderen Kursen gefunden. Plötzlich traf man auf andere Freigeister, Anarchisten gar, und schleppte nicht eine gemeinsame Historie von vielen Jahren eingefahrener Kommunikationsmuster mit sich herum. Man konnte sich, zumindest in gewissen Grenzen, als Person neu erfinden, und dies in einem noch überschaubaren Rahmen den die Massenuniversitäten nicht wirklich bieten können.

Man muss sich das bewusst machen: ohne die Öffnung der Klassenverbände hätte ich bis zur Uni mit Sicherheit Monty Python nicht kennen und lieben gelernt, ebenso wenig Helge Schneider oder die coole Indy-Disko im anderen Stadtteil. Ich wäre nicht politisch mobilisiert worden, hätte keine anderen Tech-Geeks getroffen, mich nicht für Kunst interessiert – die Liste ließe sich fortsetzen.

Möglich, dass dies alles an der Universität dann verzögert eingesetzt hätte. Möglich aber auch: dass nicht, oder in ganz anderer Form. Ich glaube fest daran, dass es Menschen gut tut, mit verschiedenen Einflüssen auch in jungem Alter konfrontiert zu werden. Dazu bietet ein Klassenverband zu wenig Möglichkeiten, und nicht jeder ist mit einem regen Vereinsleben oder Kirchengruppen gesegnet. Auch denkbar, dass ich ein Einzelfall oder zumindest ein Minderheitenfall bin. Aber: das mag ich nicht recht glauben, und viele meiner Freunde empfanden die Öffnung der Kurse als ähnliche Befreiung.

All dies soll nun unterbunden werden: die Schüler werden zusammen gepfercht mit den immer gleichen Gesichtern – und dies für acht Jahre. Das ist länger als eine neu geschlossene Durchschnittsehe hält. Möglich, dass es zu besseren Notendurchschnitten führt. Zu besseren, interessanteren Menschen oder einer besseren Gesellschaft wird es nicht führen.


Freud zu Besuch

Mai. 10th | Von 0 Kommentare

Worauf ich mich bei diesem hübschen, kleinen Blog-Projekt besonders gefreut habe war die Aussicht auf vielerlei inhaltliche Experimente, die wir hier gerne starten wollten bzw. noch wollen. Endlich habe ich es nun geschafft, mich mit Storify auseinander zu setzen: Was bot sich da in den letzten Tagen mehr an, als der Twitter-Ausrutscher des Herrn Regierungssprechers? An dieser Stelle sei einmal nicht seine twitternde Rolle an sich hinterfragt (auch das ist ja gerade weit verbreiteter Sport), sondern die humoristische Aufbereitung. Ja, selbst dafür: spät dran. Trotzdem.

Meine Timeline lässt sich besonders gut mit einer Trias aus Ironie, Sarkasmus und Zynismus charakterisieren. Sehr schnell tauchen hier nicht nur die Ereignisse an sich auf sondern die entsprechenden Kommentierungen. So auch im Falle des @regsprecher.

Twitter lässt so etwas bekanntermaßen nicht durchgehen… eine Story.

Und wie finde ich nach diesem kleinen Storify-Ausflug nun den Dienst an sich? Dazu später mehr. Ein bisschen Haareraufen war jedenfalls dabei* (deswegen auch die UM TAGE verspätete Veröffentlichung) – aber auch das Gefühl: damit geht so unglaublich viel. Sehr treffende, kritische Töne gibt es derweil von Marcus Schwarze im Blog der Rhein-Zeitung.

*Denn: In der Artikelvorschau wird die eingebettete Story nicht angezeigt… erst im publizierten Artikel. Das musste ich erst mühsam heraus finden.


Club Mate und Ich: Subjektives zur re:publica

Apr. 18th | Von 3 Kommentare
re:publica 2011: Stillleben

re:publica 2011: Stillleben

Es war meine erste re:publica. 2010 habe ich die Tweets und Artikel aus der Ferne verfolgt. 2011 wollte ich dabei sein – und wusste zumindest ungefähr, auf was ich mich einlasse. Mir war klar: Es ist eben keine Fachtagung zu einem spezifischen Thema. Es kommen viele Menschen zusammen, die das Programm gestalten. Und ebenso heterogen ist dieses. Ein paar subjektive Eindrücke zur ganzen Veranstaltung möchte ich festhalten. Auch wenn an vielen anderen Stellen eigentlich schon viel zu viel gelobhudelt und gerantet wurde (… ich mag gerade gar nicht mehr alle Links raussuchen…).
(weiterlesen …)

re:publica11 – Moment für die Ewigkeit oder die Sache mit dem a

Apr. 18th | Von 2 Kommentare

Ach es regen sich so Viele über die re:publica11 auf, da schließ ich mich lieber den ratlosen Lesern von Kästner an – wo bleibt das Positive? Denn das gab es zu Genüge, und das sollte man auch entsprechend: feiern. Der für mich magischste Moment trug sich zu in einem sehr kleinen Workshop von Steffen Hoellein über Design. Sein Vortrag war schon allein deshalb ungewöhnlich, weil er eben vor allem Eines tat: Feiern, und zwar die Grundsätze der klassischen Moderne. Er stellte viele Designs vor die er persönlich liebt, und zeichnete plausibel nach warum. Das Ganze in einem kompromisslos subjektiven Stil, gesättigt durch 20 Jahre Designerfahrung. Dieser Mensch lebt Design, auf eine wunderbar verstrahlt-liebevolle Weise.

Eine Sonderrolle kam dabei der Schrift “Helvetica” aus dem Jahr 1957 zu. Ein hübsches Zitat aus dem gleichnamigen Film zum 50-jährigen: “wenn Ihr keine Designer seid und trotzdem ein Plakat machen müsst – nehme Helvetica bold, sieht immer gut aus”. Steffen zeigte auch den bekannten Vergleich zur schwachen Nachahmung Arial – charakteristisch für Helvetica sind etwa die vielen horizontalen und vertikalenLinien:

Insbesondere das kleine “a” gilt als Meisterweg der Typographie mit seinen vielen Positiv-/Negativformen – Nichts muss hinzugefügt werden, Nichts kann entfallen.

http://inspireme.lasoeurkaramazov.net/post/2008/10/17/Helvetica-Medium-lower-case-a

Steffen zeigte nun also eine ganze Reihe an Designs und Plakaten, die prominent Helvetica einsetzen. Die letzte davon: das Filmplakat von 2001: a Space Odyssey:

und hier, 2001, natürlich auch Helvetica.

Direkt, aus der zweiten Reihen, in höflichem aber bestimmten Tonfall:

…das ist nicht Helvetica.

Stille. Ungläubiges Staunen im Raum, alle Augen wandern über das Plakat. Dann Steffen, zwischen Irritation und Bewunderung oszillierend:

ey richtig, wie hastn du das so schnell gesehen?

na an dem a!

Tosender Beifall vom Plenum, am lautesten von Steffen selbst. In diesem Moment ist völlig klar, dass es eben keine Schadenfreude ist, sondern wir im Plenum einem ganz persönlichen Moment beiwohnen: der Vortrag hat das Plenum wirklich mitgenommen, und das Gelernte wurde sogleich angewandt. Viele der Teilnehmer hatten nach dem Vortrag ein etwas entrücktes Lächeln aufgesetzt – man glaubte wieder etwas zuversichtlicher an das Gute und Schöne.

Und es gab noch einige andere Panels, die für mich solch besondere Momente erzeugen konnten – zumeist jedoch sehr schwach besucht und abseits der großen Ströme. Die Schrift auf dem 2001 Plakat ist übrigens Futura – Kommentar von Steffen: “is auch Klasse!


Internet & Social Media: Kleine Liste für kleine Unternehmen

Apr. 10th | Von 3 Kommentare
Neulich, bei einer regionalen Veranstaltung zum Grobthema “Internet”, ist mir wieder aufgefallen, welche “Elitendiskurse” unsereins doch führt. Nicht festsitzend im akademischen Elfenbeinturm oder mit dem Kopf in den Wolken, sondern mit selbigem in der Cloud, vergessen wir (ich) häufig, dass viele mit der Unterscheidung von E-Mail und Homepage nach wie vor überfordert sind. Diese Zielgruppe wird sicher nicht den Weg hierher finden, dennoch – in Vorbereitung auf die nächste, ähnliche Veranstaltung – habe ich mir einige Gedanken zu KMU und speziell Social Media gemacht.

Kleine, lokal agierende Unternehmen, die althergebracht vom Empfehlungsmarketing unter der Prämisse “Mit denen haben wir das schon immer gemacht” leben, bekommen oft zu hören, ihnen biete sich in sozialen Netzwerken eine kostengünstige Möglichkeit, Werbung zu machen und neue (hippe) Kundenkreise zu erschließen. Nun ja. An dieser Aussage darf gezweifelt werden. Aber auch internetabstinente KMU haben keine Möglichkeit mehr, dauerhaft an diesem Internetz-Ding vorbei zu kommen. Warum das so ist, zeigt sich sogleich: Die folgenden – zunächst einmal recht offensichtlichen – zehn Punkte werfe ich darum nun zur Kritik, Diskussion und Weiterentwicklung in den Raum.



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Wieder da:

re:publica 12

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