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Currywurst – 5 Goldene Regeln

Apr. 20th | Von 2 Kommentare

Man hat es in Berlin nicht ganz einfach, wenn man aus dem Ruhrpott kommt. Die Stadt reklamiert für sich – wie dutzend andere Städte auch – Erfinderin der Currywurst zu sein, es werden jedoch schamlos liebloseste Ketchup-Gerichte serviert, für die man im Pott bitter abgestraft würde.
Hier ein einfacher 5-Punkte-Plan, woran man eine gute Currywurst erkennt und worauf es bei der Produktion ankommt:

1) Die Sauce entscheidet
Eine gute Currywurst wird zu 70% durch die Sauce definiert und nur zu 30% durch die Wurst. Eine bescheidene Wurst kann jederzeit durch eine herausragende Sauce gerettet werden, aber niemals umgekehrt.

2) Die Sauce gehört selbst gekocht
In die Hölle kommt, wer Fertigsaucen oder ordinäres Ketchup verwendet. Haben die den keinerlei Ehrgefühl? Noch nicht einmal als Grundlage für eine selbst gekochte Sauce ist Ketchup sinnvoll verwendbar, Ausgangspunkt ist immer Tomatenmark oder ein (selbst angesetzter) Fond.

3) Heiß muss sie sein
In den tiefsten Kreis der Hölle kommt, wer das Ketchup (2) auch noch kalt über die Wurst gießt. Die Hitze der Wurst reicht niemals aus, um die Sauce auf die aromatisch notwendige Temperatur zu erwärmen. Die Sauce hat somit ständig erwärmt zu sein, optimal sind ca. 70°.

4) Sämig soll sie sein
Eine gute Sauce ist sämig in der Konsistenz. Und zwar durch die Unmengen an Gewürzen, mit denen sie gekocht wurde – nicht nur Curry. Als Richtlinie kann man rechnen: 1/3 Gewürz, 2/3 sonstige Grundlagen. Das übegestreute Curry am Ende ist teil des Rituals und gern genommene Zier, der Geschmack kommt jedoch aus den Gewürzen des Kochprozesses.

5) Scharf soll sie sein
Currywurst hat scharf zu sein, wirklich scharf. Wer es nicht scharf mag oder verträgt, muss sich nach anderen Gerichten umsehen. Nicht zielführend ist die Strategie, eine lasche Grundsauce nur auf Wunsch mit PiriPiri, Tabasco oder ähnlichem aufzuschärfen – die Schärfe wirkt immer aufgesetzt, da sie nicht während des Kochvorganges (2) entstanden ist. Will man unterschiedliche Schärfegrade kredenzen – was legitim ist – müssen verschiedene Saucen gekocht werden.

Insbesondere (2) und (4) sind: aufwändig und teuer. Darum ist eine gute Currywurst auch nie wirklich günstig zu haben. Aber es lohnt sich.

Ich freue mich ernsthaft über jeden Hinweis, wo man in Berlin an gute Currywurst(saucen) kommt – bisher konnte nur die Fleischereihttp://www.gate116.de/Fleischerei_-_Die_Currywurst_am_Rosenthaler_Platz/start.html überzeugen. Warum? Weil dort die Bochumer Dönninghaus verkauft wird, der unbestrittene Gold-Standard der Currywurstsaucen (http://www.dieechte.de/dieechte.html).


2 Kommentare Kommentar abgeben

  1. Thorstem

    Na lecker Currywurst mit einer sehr guten Sauce gibt es bei Curryfritze in Berlin!
    Die Budde ist direkt an der Warschauer Straße / Ecke Revaler Straße … Lecker!
    Als kleiner Zusatz gibt es da bunte Leben an der Warschauer Straße dazu …


  2. Andi

    Schön das der Ruhrpott in Sachen Currywurst dann selbst in Berlin überzeugen kann 🙂


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