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Club Mate und Ich: Subjektives zur re:publica

Apr. 18th | Von 9 Kommentare
re:publica 2011: Stillleben

re:publica 2011: Stillleben

Es war meine erste re:publica. 2010 habe ich die Tweets und Artikel aus der Ferne verfolgt. 2011 wollte ich dabei sein – und wusste zumindest ungefähr, auf was ich mich einlasse. Mir war klar: Es ist eben keine Fachtagung zu einem spezifischen Thema. Es kommen viele Menschen zusammen, die das Programm gestalten. Und ebenso heterogen ist dieses. Ein paar subjektive Eindrücke zur ganzen Veranstaltung möchte ich festhalten. Auch wenn an vielen anderen Stellen eigentlich schon viel zu viel gelobhudelt und gerantet wurde (… ich mag gerade gar nicht mehr alle Links raussuchen…).

Socializing & Co.

Ich fange von hinten an: Ein Dank an @kixka, die rstockm und ich am Samstag nach dem Auschecken zufällig auf einen Kaffee neben dem Hotel getroffen haben. Ich bin kein großer Freund von Anbiederung an Twitter-Personalities. Aber das Gespräch, das kleine Resumee der ganzen re:publica 2011 und der Austausch zu noch einigen interessanten Themen haben mir sehr viel Spaß gemacht. Auch den @bicyclist habe ich erfreulicherweise schon dienstags kennen gelernt. Mit ihm ließen sich sehr interessante Diskussion, unter anderem zu Medienkompetenz und -entwicklung, führen. Auch an ihn: Es war mir ein Vergnügen. Ebenso wie mit vielen anderen, z. B. @sebjabbusch und @markho.

Entstressung unter der Wärmelampe im Arcotel Velvet

Entstressung unter der Wärmelampe im Arcotel Velvet

Organisatorisch hilft übrigens die Anreise am Vortag. Entstressung. Allerdings waren Eröffnung und erste Keynote zu „Design Thinking“ nicht so mitreißend, dass man diese unbedingt sehen musste. Ohnehin waren mir netzpolitische und gesellschaftliche Themen wichtig*, weniger die großen Gaudi- und Hype-Themen der Twitter- und Blog-Elite. Sich vorher klar zu machen, was man eigentlich will, hilft sehr. Ansonsten droht Verzettelung aufgrund zu vieler verschiedener Themen. Gleichzeitig erleichtert die Konzentration Kontakte und Gespräche, da oft immer wieder dieselben Leute in den Vortragsräumen sitzen.

Die Erwartungshaltung

Erwartete habe ich mir von der re:publica, Interessantes zu den Themen zu hören, die mich eher wissenschaftlich bewegen: Spezieller Open Data, Urheberrecht, aktuelle Gesetzesvorstöße (wie ACTA) überhaupt und Netzpolitik an sich. Dazu gab es einige sehr gute und interessante Panels, mehrere eher überblickhaft, wenig tiefgehend angelegte und nur wenige enttäuschende. Täglich von 10 bis 20 Uhr gab es also im Stundentakt Input, Input, Input. Davor, dazwischen und danach noch einige Diskussionen. Von den spaßiger klingenden Medien-Themen, den Fun-Panels und allem, was bei der Twitter-Prominenz zuvor für „Must See“ erklärt wurde, habe ich mich weitestgehend fern gehalten.

Das hatte gleich mehrere Vorteile. Zunächst einmal wurde ich in den seltensten Fällen inhaltlich enttäuscht. Die re:publica unterscheidet sich nicht wesentlich von Twitter. Twitter ist nur so gut wie die Timeline, die sich jeder einzelne zusammen stellt – die re:publica ist nur so gut wie das Programm, dass jeder einzelne sich baut. Darum konnte ich nur wenig Verständnis für alle aufbringen, die lauthals und in Echtzeit über Beiträge schimpften. Vielleicht gehört das aber auch dazu – sonst hätten die Betreffenden ja für den nächsten Tag daraus gelernt…

Geärgert hat mich sogar – auch das muss an dieser Stelle gesagt werden – dass einige Vorträge, die deutlich mehr Publikum verdient gehabt hätten, schlecht besetzt waren. So z. B. „Politische Klicks“ im kleinen blauen Zimmerchen von Andreas Jungherr oder „Copyright Vs. The Internet“ im Großen Saal der Kalkscheune. Es sprach Jérémie Zimmermann von La Quadratur Du Net. Mir ist nicht klar, wie sich so viele über Zensur im Internet, zu wenig netzpolitische Aktivität, etc. aufregen können, sich dann aber zu Sascha Lobo gesellen und Trollforschung hören wollen**. Genauso war es mir ein Rätsel, wieso die Aufregung und Kritik bei der Verkündung des Digitalen Gesellschaft e.V.*** so groß war, aber bei der spontan angebotenen Kritik- und Fragerunde am Freitagnachmittag gerade mal ein Stuhlkreis zusammen kam.

Ein weiterer Vorteil, der aus dem Desinteresse der anderen resultierte: Platz. Immer. Zum Sitzen. Oder an der Steckdose. War es einmal weniger interessant, hatte ich sogar ein offensichtlich besonderes Privileg: WLan. Das ließ sich dann unter anderem bei Twitter ein ganz anderes Bashing beobachten: Das GEGEN die #rp11-Teilnehmer. Bzw. das große Getöse, dass die Tweets nerven würden… Zugegeben: Viel war unter dem Hashtag #rp11 in den vergangenen Tagen zu lesen. Die Flut an Tweets mag für Nicht-Teilnehmer schwer zwischen nervig und nerdig changieren. Aber ja mei.. es ist nicht so schwierig, Tweets zu filtern. Oder einfach mal für drei Tage aushalten, dass sich eben einige darüber auslassen – auch das gehört zum Leben derjenigen, denen wir ja aus irgendwelchen Gründen folgen. Und immerhin ist die re:publica auch als Klassentreffen verschrien.

Die Sicherheit

Zwar bin ich immer dorthin gekommen, wohin ich wollte. Auch in der Kalkscheune. Aber manchmal habe auch ich im Treppenhaus festgesteckt. Der Gedanke „Wenn hier jetzt einer stolpert…“ lag nicht so fern, kam mir ein paar Mal und war unangenehm. Zum Glück ist aber dieses ganze „Blogger-Gesocks“, von dem anderswo immer geschrieben wird, meiner Einschätzung nach größtenteils eine sehr friedliche, gelassene und entspannte Truppe (es sei denn, man nimmt ihnen Strom und Internet weg). Vielleicht war das, in Verbindung mit den sehr bestimmten dafür aber auch effizienten Ordnern, ein Grund, wieso es keine Brüche und Platzwunden gab. Wirklich sicher sieht aber anders aus. Darum bin ich recht froh, dass die Veranstalter sich um einen neuen Veranstaltungsort bemühen. Der Friedrichstadtpalast ist für die ein oder andere Veranstaltung zu überdimensioniert, die Kalkscheune völlig überfordert. Ich bin gespannt, was sie für 2012 aus dem Hut zaubern.

Steckdosen ohne Ende

Auch über mangelnde Steckdosen oder das zusammenbrechende WLan konnte ich mich wenig beklagen. Eher darüber, dass in meinen Panels immer massig Steckdosen frei waren – aufgrund weit verbreiteten Desinteresses. Da ich außerdem die Komponente „Party“ etwas vernachlässigt habe, gab es früh morgens auch immer eine IP. Erst am letzten Tag gab es Probleme. Mein erstes Panel („WIr sind der Urheber“), fand im Friedrichstadtpalast statt. Bis ich in die Kalkscheune kam, war das Internet alle. Aber das hat mir wenig Probleme bereitet: Interessante Vorträge und nette Menschen haben mich ausreichend beschäftigt.

Woah, Steckdosen!

Woah, Steckdosen!

Und zum Schluss…

Ein beliebter Vorwurf an die Panels der re:publica scheint zu sein, dass sie das in ihren Titeln Versprochene nicht einlösen. Darum noch ein paar Worte zur Club Mate. Sie ist lecker, doch – in Göttingen habe ich mir nie die Mühe gemacht, speziell danach auf die Suche zu gehen, um das Geek-In-Getränk zu verköstigen. Aber das war vielleicht auch besser. Denn nach zwei Tagen hatte sich mein Wasser- eher in einen Mate-Haushalt gewandelt. Und am dritten Tag stellte sich die Erkenntnis ein, dass das teuflische Sodbrennen durch die Club Mate getriggert wird. Vielleicht ist das auch ein Wink mit irgendeinem Zaunpfahl…

 

The End

Abschlussparty re:publica 2011

 

*Zu einigen dieser Vorträge werden in den kommenden Tagen und Wochen auch noch thematische Beiträge folgen. Alles in einem Text unter zu bringen ist nach drei Tagen, vielen Vorträgen und noch mehr Ideen nahezu unmöglich.

** Wobei man Lobo wirklich zugute halten muss, dass er einige sehr gute Argumente vorgebracht hat. Ich fürchte nur, dass die in der Gaudi untergegangen sind. Auch in seiner Spiegel-Kolumne greift er einige sehr interessante Dinge auf.

*** Hierzu wird es definitiv noch eine ausführliche Meinung von mir geben. Ich werde mich aber nicht den ganzen überstürzten öffentlichen Kritiken wie auch Abfeierungen anschließen, sondern die Thematik erst einmal etwas sacken lassen.

9 Kommentare Kommentar abgeben

  1. bicyclist

    Sehr schönes Resumee und viele meiner Eindrücke hattest du offensichtlich auch 😉 Und auch mir war es ein Vergnügen, dich kennenzulernen. Vor allem solche Diskussionen und Gespräche am Rande sind für mich die Highlights der re:publica.


  2. Kixka

    Vielen Dank, das kann ich ja direkt an Dich zurückgeben 🙂
    Die drei Tage vorher war ich wegen meiner Vortragsvorbereitungen kaum in ausgelassener Plauderstimmung, ich denke, das habe ich mit Euch vor dem Café alles nachgeholt …

    (#Hach, diese Rotlichlampen im Hotel waren toll!)





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