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Die visuelle Macht der Schlange

Mrz. 27th | Von 0 Kommentare

Zeitgleich ging es am Freitag los: die Verteilung des iPad2 über die Ladentheken der diversen Stores und das Klicken auf den “Bestellen”-Knopf. Zumindest in Deutschland. Ebenso wie wir das Teil* hierzulande erst später anbeten in den Händen halten können, ist dieses Posting etwas spät dran. Tut aber dem Inhalt nichts.

Dass Apple die  iPads nicht schon früher vorbestellbar gemacht hat, war ein ziemlich kluger Schachzug. Im mobileMacs-Podcast, dessen letzte Folgen auch erst die Tage ihren Weg in meine Ohren fanden, fragten sich die Jungs, wieso Apple das denn nun so handhabe. Immerhin sei es ärgerlich, nicht sofort vorbestellen zu können sondern selbst damit bis zum offiziellen Verkaufsstart warten zu müssen. Die Antwort liefert die visuelle Macht der Schlange. Die Inszenierung an Verkaufsstart-Tagen ist für Apple ein ebenso wichtiges Marketinginstrument wie die Keynotes von unser aller Steve himself. Das wird sehr deutlich, schaut man sich noch einmal das Video des ersten überhaupt verkauften iPads an, das an Richard Gutjahr ging: Emotionale Aufgeladenheit, der Store-Staff klatscht und jubelt, die Schlange hinter Gutjahr wartet in angespannter Vorfreude.

Natürlich ist es nicht schön, in einer Schlange zu stehen. Natürlich ist es noch weniger schön, dafür vielleicht noch die Nacht zuvor oder gleich mehrere Nächte vor Stores zu verbringen. Natürlich ist es viel bequemer, zu Hause auf einen Button zu klicken und pünktlich zum Start dem DHL-Mann die Tür aufzumachen. Aber natürlich würde dadurch auch die Möglichkeit zur Inszenierung verloren gehen. Apple müsste auf kraftvolle Bilder verzichten.

Das haben sie bewusst vermieden. Die Taktik geht auf: Ein Blick in die Schlagzeilen und die tagesaktuelle iPad-Berichterstattung genügt**, um das zu bestätigen. Die “Maßnahme” bringt Apple kostenlos Werbung, die einen fiktiven Gegenwert von mehreren Millionen haben dürfte. Ein paar verärgerte Kunden, die trotz langer Wartezeiten nicht mehr an “ihr” iPad kamen, sind leicht zu verkraften. Zumal sie sich vermutlich gleich auf dem iPhone trotzdem eines geordert haben – oder im schlimmsten Fall noch bis zu Hause damit warten mussten. Auch die Kritiker der Methode werden schön brav um 17 Uhr geordert haben. Apple kommt damit durch. Erschreckend?

*die Macianer mögen mir verzeihen…

**Beispielsweise seien hier aufgeführt: Der Irrsinn beim Kauf von Apples iPad 2 – Welt Online, Apple-Fans warten im Centro stundenlang auf Verkaufsbeginn des neuen iPad 2 – DerWesteniPad 2: Lange Schlangen zum Verkaufsstart – chip.de, iPad 2-Verkaufsstart: Lange Schlangen vor den Stores – Horizont.netiPad 2: Unboxing und Berichte aus der Schlange – macnews.de und viele mehr…


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